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FAQ - Fragen und Antworten zu den Genesis-AlbenÜber die zahlreichen im Laufe der Bandgeschichte veröffentlichten Alben gibt es natürlich massig zu erzählen. Naja, warum selbst eine stundenlang mit Schwefelsäure und Kreissäge misshandelte Genesis-CD immer noch zigmal mehr Musikalität hergibt als das meiste andere Zeug, welches sich heutzutage in den Hitparaden tummelt müsst ihr allerdings selbst herausfinden - am besten durch ständiges Anhören ;-). Ich hoffe aber, dass Ihr mit den anderen hier von mir aufgezählten - nicht weniger interessanten - Fakten trotzdem erstmal genug abendfüllenden Lesestoff vorliegen habt. Und damit Ihr seht, wie schnell doch die Zeit dahinrast, wenn man sich richtig in die Materie reinkniet, ist als kleiner Service ein Zähler eingebaut, der Euch anzeigt, wie lange der Besuch auf dieser FAQ-Seite schon dauert. Wer sich das ganze übrigens zu Hause auf den PC saugen möchte - kein Problem, hinter dem grünen Button links unten lassen sich die FAQ als PDF herunterladen! Ausgabe: V.1.53
Verzeichnis:
zurück zur Startseite I.1 Was der Titel 'From Genesis To Revelation' bedeutet
Der Titel ist von Johnathan King erdacht worden, dem ersten Produzenten von Genesis. Er hatte auch den Namen Genesis eingeführt und wollte ihn irgendwie in Zusammenhang mit dem Album bringen. Peter meinte später, das 'FGTR ...' "die Geschichte des Universums schildert ..., wobei es schon ein wenig hochtrabend war, dieses alles in einigen Titeln abhandeln zu wollen ..." (Revelation = Offenbarung, Enthüllung) Es gibt, nebenbei bemerkt, mehrere Versionen des Plattencovers. Die Rechte dieses Albums liegen nicht bei Genesis, sondern bei o.g. Jonathan King. Dieser bringt von Zeit zu Zeit mal neue Auflagen heraus, um seine Portokasse aufzubessern ;-) Das Original hat m.W. einen schwarzen Hintergrund, Beschriftung mit gothischen, goldfarbenen Lettern. I.2 Warum 'Silent Sun' nicht wie ein typischer Genesis-Song klingt"Wir bespielten eine Menge Bänder, welche (Jonathan) King nicht mochte, und so schrieben Peter und ich aus lauter Verzweiflung 'Silent Sun' weil wir sein Interesse wiedererlangen wollten" - Tony Banks "Ich erinnere mich das wir versuchten, irgend etwas zu schreiben, was wie eine Bee Gee - Ballade klang und ich versuchte, beim zweiten Vers von 'Silent Sun' ein bisschen wie Robin Gibb zu singen.... - Peter Gabriel 'Silent Sun' ist übrigens die erste von Genesis veröffentlichte Single (Februar 68), sie wurde vom BBC-Diskjockey Kenny Everett in seiner damaligen, wöchentlichen Rundfunk-Sendung häufig gespielt. Das zugehörige Album 'FGTR' erschien dann März 1969. nach oben zum VerzeichnisI.3 Was 'Abacab' heisst"Da waren drei oder vier
Musikabschnitte in (dem Song u. späteren Titelstück) 'Abacab', die
wir Sektion A, Sektion B und Sektion C nannten und zu verschiedenen
Zeiten standen sie in unterschiedlicher Reihenfolge. I.4 Was die Inspiration zu 'The Knife' warDer Text zu 'The Knife' ist eine Reflexion von Peter Gabriel auf seine Jugend und stellt ihn als gegen sein Umfeld rebellierenden Schuljungen dar. Er war während jener Zeit stark von einem Buch über Ghandi beeindruckt, und dieses war teilweise der Anlaß dafür, das er Vegetarier wurde und an Gewaltfreiheit als eine Art von Protest zu glauben begann. Peter wollte versuchen zu zeigen, daß alle gewalttätigen Revolutionen unvermeidlich in einer Diktatur (mit einem mächtigen Diktator) enden. nach oben zum VerzeichnisI.5 Worüber 'Supper´s Ready' handeltEs war ein bestimmtes Ereignis welches Peter Gabriel die Inspiration zu 'Supper's Ready' gab: "da war dieser Raum unter dem Dach von Jill´s (Peter´s Ehefrau) Elternhaus. Dieses Zimmer war der kälteste Teil des Hauses, ich bekam jedesmal Schauer, wenn ich ihn betrat. Er war mit violetter und türkisfarbener Tapete ausgekleidet, alles war strahlend lila und türkis. Dann war da dieser Abend, der so endete, daß
sich Jill besessen fühlte. Es war extrem frustrierend. Ich weiß
nicht, wie ich es erklären soll, es war, als hätte sie einen
Anfall oder irgendwas in der Richtung. Hier die Inhalte einiger Untertitel: a) Lover's Leap
b) The Guaranteed Eternal Sanctuary Man Der letztgenannte ist bekannt als der "Garantiert unendlich heilige Mann" und beansprucht für sich Kräfte des (Fege?-)Feuers, was natürlich eine Lüge ist. c) Ikhnaton and Itsacon and Their Band of Merry
Men d) How Dare I Be So Beautiful? e) Willow Farm Dem Pool entsteigend finden sie sich erneut in einer anderen Existenz wieder. Sie sind umgeben von unzähligen, leuchtenden Farben gefüllt mit Objekten wie Pflanzen, Tieren und Menschen. Das Leben verläuft frei und alles befindet sich in eiliger Betriebsamkeit. Ab und zu ertönt eine Pfeife und augenblicklich verwandelt sich jedes einzelne Ding in ein anderes. f) Apocalypse in 9/8 Während sie auf das Frühjahr warten kehren sie heim zu ihrer alten Welt, um die Apocalypse von St. John in vollem Gange zu sehen. Die sieben Trompeter verursachen eine Sensation, der Fuchs würfelt Sechsen, und Pythagoras ist wahnsinnig glücklich es hinzubekommen, exakt die richtige Menge Milch und Honig auf seine Cornflakes zu portionieren. nach oben zum VerzeichnisI.6 Wie die Arbeitsteilung bei 'The Lamb ...' warNachdem Genesis die Produktion eines Konzept-Albums beschlossen hatten, gab es anfangs Diskussionen um den Inhalt desselben. Mike Rutherford favorisierte die Vertonung der Geschichte 'Der kleine Prinz' von Antoine de Saint Exupéry, letztlich setzte sich jedoch Peter Gabriel mit der selbsterdachten Story von Rael, einem Puertorikaner in New York, durch. Daraufhin wurde vereinbart, daß Peter als
'geistiger Vater' von Rael die Lyrik und die restliche Gruppe die Melodien
beisteuern sollte. Als alle ihren Teil der Arbeit beendet hatten stellte
sich heraus, daß Peter mehr Texte geschrieben hatte als Songs vorhanden
waren. Kurz und knapp: alle Texte stammen von Peter (Ausnahme: 'The Light Lies Down On Broadway', hier waren Tony und Mike aktiv); die Melodien sind ausnahmslos von Phil, Mike, Tony und Steve. nach oben zum VerzeichnisI.7 Was Phil am Ende von 'Los Endos' singtAuch beim genauen Hinhören ist kaum zu verstehen, was da zum Ausklang von 'Los Endos' (Album 'Trick Of The Tail',1976) gesungen wird, deshalb hier die schlichte Auflösung: "There's an angel standing in the sun. There's an angel standing in the sun, freed to get back home." (zu deutsch: "... dort steht ein Engel in der Sonne, frei/befreit, nach Hause zurückzukehren.") Dieser Satz ist eine Zusammenziehung zweier Einzelpassagen und stammt ursprünglich aus der Schluss-Sektion von 'Supper's Ready' (auf dem Album 'Foxtrot'). Mit der Wiederholung auf 'Los Endos' soll die geistige Verbindung zu diesem Superalbums aus dem Jahre 1972 hergestellt werden. nach oben zum VerzeichnisI.8 Wie sich Collins-Solostücke von Genesistiteln unterscheidenDiesen Artikel werden echte Genesis-Freaks natürlich kaltlächelnd überspringen, trotzdem - für alle, die erst seit kurzem dabei sind: Bei Collins-"Solo" sind oft Background-Sänger, Blechbläser (Trompete, Saxophon etc.) im Einsatz, das gibt es bei Genesis nirgendwo! Einzige Ausnahmen: 'No Reply At All' sowie 'Paperlate'. Außerdem: (Über-)lange Stücke sind auch nicht Phil´s Ding; ausgeprägte Keyboard-Solos sind ebenso Mangelware, da läßt sich Tony Banks von Genesis das Wasser nicht abgraben! nach oben zum VerzeichnisI.9 Welche Handlung 'The Lamb Lies Down ...' zugrunde liegtDiese Frage beantwortet uns Petra Gehrmann´s Übersetzung des CD-Inlets: Laß die Finger aus meinem Auge. Beim Schreiben werfe ich gern einen Blick auf die Schmetterlinge unter Glas, die sich rings herum an allen Wänden befinden. Die Menschen meiner Erinnerung sind an Geschehnisse gekettet, die ich mir nicht mehr recht ins Gedächtnis zurückrufen kann; aber ich werde einen heraus-zerren, um ihn zerbrechen, sich auflösen und eine andere Art von Leben nähren zu sehen.
Der, um den es geht, ist vollkommen biodegradierbares Material und ist als "Rael" kategorisiert. Rael haßt mich, ich mag Rael - ja, sogar Sträuße haben Gefühle. Aber unsere Beziehung ist etwas, mit dem wir beide zu leben lernen. Rael mag gern spaßig sein, ich habe gern einen guten Reim, aber ihr werdet mich nicht mehr direkt sehen - er haßt es, mich um sich zu haben. Also, wenn die Geschichte nicht auf eigenen Füßen steht, kann ich zeigen, worum es geht - ihr versteht? (Der Reim ist geplant, seht Ihr, Dummchen.) Der zitternde Zeiger springt auf Rot. New York kriecht aus dem Bett. Die mißmutigen Gäste werden gebeten, die Wärme des 24-Stunden-Kinos zu verlassen. Sie sind über Filmen eingeschlafen, von denen andere nur geträumt hätten. Die Statisten stören den schlafenden Broadway auf. GEHEN links, NICHT GEHEN rechts - auf dem Broadway erscheinen die möglichen Richtungen nicht so glänzend. Autogeister bestimmen das Tempo für die frühen mobilen Wettrennen des Taxifahrers. Genug davon - unser Held kommt die U-Bahn-Rolltreppe herauf ans Tageslicht. Unter seiner Lederjacke hält er ein Spray-Gewehr,das gerade die Nachricht R-A-E-L in Großbuchstaben auf der Tunnelwand hinterlassen hat.Für euch mag das keine Bedeutung haben, aber für Rael ist es ein Schritt weiter auf dem Weg, der dahin führt,"sich einen Namen zu machen". Wenn man noch nicht einmal ein reinrassiger Puertorikaner ist, ist das Leben hart, und die Harten überleben. Mit gelegentlichen Blicken über die nasse Straße prüft er die Bewegung des Dampfes (aus den Lüftungsschächten der New Yorker U-Bahnen), um mögliche Hindernisse rechtzeitig zu erkennen. Er kann keine entdecken und strolcht den Fußweg entlang, an einem Drugstore vorbei, dessen eisernes Gitter gerade entfernt wird, um das Zahnpastalächeln der Reklame zu enthüllen, vorbei an den nächtlichen Damen,und vorbei an dem Patrouillepolizisten Frank Leonowich (48, verheiratet, zwei Kinder), der im Eingang des Perückengeschäfts steht.Polizist Leonowich sieht Rael mit so ziemlich dem gleichen Blick an, mit dem ihn andere Polizisten ansehen,und Rael versteckt nur so eben,daß er etwas versteckt. Inzwischen legt sich in dem Dampf ein Lamm nieder. Dieses Lamm hat absolut nichts mit Rael zu tun, oder mit irgendeinem anderen Lamm - es legt sich einfach auf dem Broadway nieder. Der Himmel ist bedeckt, und als Rael sich umschaut, sieht er eine dunkle Wolke,die sich wie ein Ballon auf den Time Square heruntersenkt. Die Wolke läßt sich nieder und wird zu einer ebenen Fläche mit festen Rändern, die sich verhärtet und sich weit die 47. Straße entlang ausdehnt, nach Osten und Westen und bis an den dunklen Himmel reicht. Wie sich die Wand zum Himmel spannt, wird sie zur Leinwand, auf der sich abspielt, was eine Sekunde zuvor, auf der anderen Seite, dreidimensional existiert hat. Das Bild flackert und zerspringt dann wie gemalter Lehm, und die Wand bewegt sich ruhig vorwärts, nimmt alles auf ihrem Weg in sich auf. Die nichtsahnenden New Yorker sind anscheinend blind für das, was da vor sich geht. Rael fängt in Richtung Columbus Circus an zu laufen. Jedesmal, wenn er es wagt, sich umzusehen, hat sich die Wolke einen Block weiterbewegt. Sobald er glaubt, seinen Abstand von der Wand einzuhalten, wird der Wind rauh und kalt und läßt ihn langsamer werden. Der Wind wird stärker, er trocknet die nasse Straße und fegt den Staub von ihrer Oberfläche, bläst ihn in Raels Gesicht. Mehr und mehr Schmutz wird aufgewirbelt, beginnt, sich auf Raels Haut und Kleidung festzusetzen und wird zu einer festen Schicht, die ihn langsam zu einer schrecklichen Bewe-gungslosigkeit zwingt. Eine kauernde Tontaube. Der Moment des Einschlags donnert durch die Stille, und in tosendem Lärm dehnt sich die letzte Sekunde in einer Welt voller Echo, als ob der Zement und Mörtel des Broadways selbst ihre Erinnerungen noch einmal durchlebten. Die letzte große Märzparade. Der Journalist hängt in seinen Kleidern, matt wie ein Jaulen, als Publikum und Ereignis zu einer Einheit werden. Bing Crosby schnurrt: "You don't have to feel pain to sing the blues, you don't have to holla - you don't feel a thing in your dollar collar". ("Du mußt keinen Schmerz fühlen, um den Blues zu singen, du mußt nicht 'hallo' sagen - du fühlst doch nichts in deinem Dollarkragen.") Martin Luther King ruft "Everybody sing!" und läutet die große alte Freiheitsglocke. Leary, seiner Zelle überdrüssig, geht auf den Wolken, predigt die Hölle. J. F. K. gibt das ok, uns zu erschießen, nippt an Orange-Julius und an Lemon-Brutus. Barbrüstiger Cowboy doppelt den dreifachen Champion. Wir brauchen kein Medicare und keine 35 cents allround Fahrpreise mehr, wenn Ginger Rogers und Fred Astaire tanzen durch das Wolkenmeer. Von stereotypen Broadway-Melodien wechselt die Kapelle zu "Stars and Stripes", und bringt eine Träne in die Augen des heimlichen Schnapsbrenners, der seinen Geist hat von der illegalen Distille tröpfeln lassen. Der Pfandleiher leert seine Kasse zum Schluß und drückt den Glücksbringer Dollar an seine Brust. Dann - totale Finsternis. In einer Art von schwerem Dämmerlicht kommt Rael wieder zu sich. Er ist warm in etwas wie einen Kokon gewickelt. Der einzige vernehmbare Laut ist das Geräusch tropfenden Wassers, von dem her ein blasses, flackerndes Licht zu kommen scheint. Er erklärt sich, in einer Art Höhle zu sein, oder in einer verwunschenen Grabstätte, oder in einer Katakombe, oder in einer Eierschale, wartend, sich vom Knochen des Leibes zu lösen. Was immer es auch sein mag, er fühlt sich ungeheuer heiter, sehr sauber und zufrieden auch, wie eine gutversorgte Puppe mit heißem Wasser im Bauch - weshalb sich also Sorgen machen, was es bedeutet? Er überläßt sich dem Unbekannten und gleitet in den Schlaf. Er wacht in kalten Schweiß gebadet auf,
mit dem Bedürfnis, sich zu erbrechen. Von dem Kokon ist nichts mehr
zu sehen und er kann nun mehr von der Höhle erkennen. Größere
Mengen des leuchtenden Wassers tropfen von der Decke und Stalagmiten und
Stalagtiten formen und zersetzen sich mit ungeheurer Geschwindigkeit rings
um ihn herum. Als seine Furcht und der Schock ihm ins Bewußtsein
dringen, überzeugt er sich, daß Selbstkontrolle ihm etwas Sicherheit
schaffen kann, aber er vergißt diese Idee, als er sieht, daß
die Stalagtiten und Stalagmiten feste Positionen einnehmen und einen Käfig
formen, dessen Gitterstäbe sich auf ihn zubewegen. Eine Sekunde lang
blitzt ein Licht auf - er sieht ein unendliches Netz von vergitterten Zellen,
die alle durch ein seilartiges Material miteinander verbunden sind. Die
steinernen Gitterstäbe beginnen, Raels Körper zu erdrücken,
da sieht er seinen Bruder John draußen.
Als all dies Drehen um sich selbst aufgehört hat, setzt er sich auf einen auf Hochglanz polierten Fußboden, während sich sein Schwindelgefühl langsam gibt. Er ist in einer leeren, modernen Eingangshalle, und die Traumpuppen-Verkäuferin sitzt im Empfang. Ohne Aufforderung beginnt sie ihre Verkaufsrede:
"Dies ist die Große Parade der Leblosen Verpackung, was Sie sehen,
ist alles zur Wartung hier, ausgenommen eine kleine Menge unseres neuen
Produkts im zweiten Stock. Alles, was wir auf Lager haben, ist da, um die
gegenwärtigen Verpflichtungen der Firma zu erfüllen. Andere Stapel
werden an die regionalen Vertreter verteilt, und es gibt eine Menge von
Gelegenheiten für den Großanleger. Sie reichen von den teuren
Sonderbehandelten bis zu den erschwinglichen Schlechternährten. Wir
haben hier die Erfahrung gemacht, daß das äußere jedes
Einzelnen zu seinem Wesen wird. Als er die Front der Verpackungen abschreitet, erscheinen Rael einige der Gesichter bekannt vorzukommen. Schließlich trifft er auf einige Mitglieder seiner alten Bande und fängt nun an, sich um seine eigene Sicherheit Sorgen zu machen. Er läuft durch die Fabrikhalle und erkennt plötzlich seinen Bruder John, auf dessen Stirn die Nummer 9 gestempelt ist. Niemand scheint ihn zu verfolgen, und mit der Erinnerung an die bekannten Gesichter macht er sich an eine Rekonstruktion seines früheren Lebens, dort oben. Zu viel Zeit war etwas, mit dem er überhaupt
nichts anfangen konnte, deshalb durchquerte er sie gewöhnlich mit
ziemlicher Geschwindigkeit. Er war lieber tot als im Kopf aus dem Lot.
Seine Mamma und sein Pappa hatten auf seinem Rücken geritten, deshalb
riß er schnell aus, um zum Pack zu gehören.
In jener Nacht malte er sich aus, wie sein haariges Herz herausgenommen und zur Begleitung sehr romantischer Musik von einem enormen Edelstahl-Rasierer glattgeschoren wurde. Das pochende, kirschrote Organ wurde wieder an seinen angestammten Platz gesetzt und begann, schneller zu schlagen, als es unseren Helden, die Zeit auszählend, durch seine erste romantische Begegnung führte. Von seinen verdrehten Erinnerungen kehrt er zu dem Durchgang zurück, in dem er zuvor steckengeblieben war. Diesmal entdeckt er einen langen, mit Teppichen ausgelegten Korridor. Die Wände sind ockerrot bemalt und mit sonderbaren Zeichen bedeckt: manche sehen wie ein Ochsenauge aus, andere wie Vögel und Schiffe. Weiter hinten im Gang kann er einige Leute erkennen: alle sind auf den Knien. Mit gedrückten Seufzern und Gemurmel kämpfen sie, um in ihrer langsamen Bewegungsart vorwärtszukommen, hin zu einer Holztür am Ende des Korridors. Rael hatte vorher nur die unbeweglichen Gestalten der Großen Parade der Leblosen Verpackung gesehen, deshalb läuft er zu ihnen, um mit ihnen zu sprechen. "Was ist hier los", ruft er einem murmelnden Mönch zu, der sich ein Gähnen verkneift und antwortet: "Es ist noch lange hin bis zum Sonnenaufgang." Ein sphynxhafter Kriecher ruft seinen Namen und sagt: "Frag nicht ihn, der Mönch ist betrunken. Wir alle versuchen, die obersten Stufen zu erreichen, denn dort wartet ein Ausgang auf uns." Unser Held fragt nicht, warum er sich frei bewegen kann, und durchschreitet kühn die Tür. Hinter einem mit Speisen beladenen Tisch findet er eine Wendeltreppe, die in die Decke hineinführt. Am oberen Ende der Treppe entdeckt er eine Kammer. Sie hat fast die Form einer Halbkugel mit einer Vielzahl von Türen ringsherum. In der Kammer ist eine große Menschenmenge, zusammengedrängt in einzelnen Gruppen. Durch die Zurufe begreift Rael, daß es 32 Türen gibt, daß aber nur eine hinausführt. Die Stimmen werden immer lauter, bis Rael "Seid still" schreit. Einen Moment lang ist Stille, und dann findet sich Rael im Mittelpunkt wieder: sie richten ihre Ratschläge und Aufträge an ihren neuentdeckten Rekruten. Auf Abfall gebrütet, mit Asche gefüttert, muß der Puzzle-Meister schnellere Arbeit leisten. Rael sieht eine ruhige Ecke und läuft hinüber. Er steht nun neben einer Frau in mittlerem Alter mit sehr blasser Hautfarbe, die leise mit sich selbst spricht. Er findet heraus, daß sie blind und auf der Suche nach einem Führer ist. "Wozu soll ein Führer gut sein, wenn man keinen Weg hinaus kennt?" fragt Rael. "Ich kenne einen Weg" ist die Antwort, "wenn du mich durch den Lärm hindurchführst, werde ich ihn dir zeigen. Ich bin ein Höhlenwesen und folge der Richtung, in der die Winde wehen." Er führt sie quer durch den Raum. Sie verlassen die Menge, die ihren Fortgang als zum Scheitern bestimmt abtut. Nachdem sie durch die Tür entkommen sind, wird Rael von der Frau durch den Tunnel geführt. Das Licht der Kammer wird schnell schwächer, und trotz ihres zuversichtlichen Schrittes stolpert Rael oft in der Dunkelheit. Nach einer langen Wanderung kommen sie an einem Ort an, der Rael eine große, runde Höhle zu sein scheint, und jetzt spricht sie zum zweitenmal, bittet ihn, sich zu setzen. Der Sitz fühlt sich wie ein kalter Steinthron an. "Rael, setz dich hierher. Sie werden bald zu dir kommen. Hab keine Angst." Und ohne jede andere Erklärung geht sie fort. Er muß seiner Furcht wieder ins Angesicht blicken. Zu seiner Linken erhellt sich ein Tunnel: er beginnt zu zittern. Während es immer heller wird, hört er ein schwirrendes Geräusch. Das Licht wird so hell, daß seine Augen zu schmerzen beginnen, es reflektiert weiß auf den Wänden, bis sich seine Sehkraft in einer Art Schneeblindheit verliert. Er gerät in Panik, fühlt nach einem Stein und zielt auf den hellsten Punkt. Der Klang zerbrechenden Glases wirft sein Echo durch die Höhle. Als seine Sehkraft wiederhergestellt ist, erkennt er zwei goldene Kugeln von ungefähr einem Fuß Durchmesser, die durch den Tunnel davonschweben. In dem Augenblick, als sie endgültig außer Sichtweite geraten, bricht mit lautem Krach ein Riß durch die Decke - alles um ihn herum stürzt ein... "Jetzt ist es soweit", denkt er, als es ihm nicht
gelingt, die Felsbrocken fortzubewegen. "Ich wäre lieber wie Ballast
in den Raum geworfen worden, um in tausend Splitter zu brechen, oder mit
Helium gefüllt über einem Mausoleum geschwebt. Dies ist nicht
der richtige Weg, meine *"last subterranean homesick dues" zu zahlen. Zumindest
bin ich nicht in den Händen irgendeines perversen Einbalsamierers
gelandet, der an seiner eigenen Interpretation meines Aussehens arbeitet,
indem er Watte in meine Backen stopft.
Erschöpft nach all diesen Fantasien, bekommt unser Held die einmalige Chance im Leben, seinem Helden zu begegnen: dem Tod. Der Tod trägt eine leichte Verkleidung, er hat die Ausstattung selbst kreiert. Er nennt sie "der übernatürliche Anästhesist". Der Tod trifft gern Leute und reist gern. Der Tod nähert sich Rael mit seinem Spezialkanister, läßt ein Wölkchen herauspuffen und scheint, zufrieden mit sich, durch die Wand zu entschwinden. Rael berührt sein Gesicht, um sich zu versichern, daß er noch am Leben ist. Er schreibt den Tod als eine Illusion ab, bemerkt dann einen schweren Moschusgeruch, der in der Luft hängt. Er bewegt sich auf die Ecke zu, wo der Duft am stärksten ist. Als er einen Riß in der Wand entdeckt, durch den das Parfüm eindringt, versucht er, die Steine fortzubewegen und schafft sich schließlich eine Öffnung, die groß genug ist, ihn hindurchzulassen. Auf der anderen Seite ist der Duft noch stärker. Er macht sich mit neugefundener Energie auf die Suche nach seiner Ursache. Schließlich erreicht er einen Teich mit reichverzierten Rändern und rosafarbenem Wasser. Die Mauern, die ihn eingrenzen, sind mit dunkelrotem Samt beschlagen, an dem Geißblatt hochwächst. Durch den Dunst, der über dem Wasser schwebt, sieht er kleine Wellen, die aufeinander folgen. Drei schlangenartige Kreaturen schwimmen auf Rael zu. Jedes der Reptilwesen hat einen winzigen Kopf und die Brüste einer wunderschönen Frau. An die Stelle des Schreckens tritt die Betörung, als ihre sanften grünen Augen ihn willkommenheißen. Die Lamien laden ihn ein, das süße
Wasser zu kosten: schnell steigt er in den Teich. Sobald er von der Flüssigkeit
kostet, tropft ein blaßblaues Leuchten von seiner Haut. Die Lamien
lecken die Flüssigkeit auf, sehr sanft am Anfang, und mit jeder Berührung
fühlt er das Bedürfnis, mehr und mehr zu geben. Sie massieren
sein Fleisch, bis seine Knochen zu schmelzen scheinen, und an einem Punkt,
wo er fühlt, daß es nicht weitergehen kann, nagen sie an seinem
Körper. Sie nehmen seine ersten Blutstropfen in sich auf, da werden
ihre Augen schwarz und ihre Körper zittern. Er geht durch dieselbe Tür hinaus, durch
die er hereingekommen war, und findet auf der anderen Seite eine Art von
Verrückten-Ghetto. Als sie ihn entdecken, bricht der ganze Straßenzug
von verkümmerten Gestalten in Gelächter aus. Einer der Kolonie
nähert sich, grotesk in jedem seiner Merkmale, eine Mischung aus häßlichen
Haufen und Stümpfen. Seine Lippen rutschen über sein Kinn, als
er ihm Willkommen zulächelt und seinen schlüpfrigen Händedruck
anbietet.
Unter den verstümmelten Gesichtern der Glibbermänner erkennt Rael, was von seinem Bruder John noch übrig ist. Sie umarmen einander. John erklärt ihm verbittert, daß das ganze Leben der Glibbermänner darauf ausgerichtet ist, den nimmermüden Hunger der Sinne zu stillen, den die Lamien ihnen überlassen haben. Es gibt nur einen Fluchtweg: den entsetzlichen Gang zum berüchtigten Dr. Dyper, der die Quelle des Problems entfernen wird - um es weniger höflich auszudrücken - kastrieren. ie diskutieren die mißverständlich 'Flucht' genannte Möglichkeit lange und entschließen sich endlich, dem Doktor einen Besuch abzustatten. Sie überleben den qualvollen Eingriff. Die anstößigen Waffen werden ihnen in sterilen gelben Plastikröhren präsentiert, zusammen mit goldenen Ketten. "Die Leute tragen sie gewöhnlich um den Hals", sagte der Doktor, als er sie ihnen überreichte. "Die Operation schließt die Benutzung der Gegebenheit für kurze Zeiträume nicht aus, aber sie müssen uns, wenn sie davon Gebrauch machen wollen, natürlich beträchtlich im Voraus informieren". Als die Brüder ihre mißliche Lage besprechen, fliegt ein großer schwarzer Rabe in die Höhle, stößt herab, reißt Raels Tube aus seinen Händen und trägt sie in seinem Schnabel hoch in die Luft. Rael bittet John, mit ihm zu gehen. Er antwortet: "Ich werde keinem schwarzen Raben nachjagen. Hier unten mußt du die Zeichen lesen und ihnen gehorchen. Wenn der Rabe fliegt, gibt es ein Unglück." So läßt John zum zweitenmal seinen Bruder im Stich. Der Vogel gleitet vor Rael einen engen Tunnel entlang, er scheint ihm die Möglichkeit geben zu wollen, den Abstand klein zu halten. Doch als Rael glaubt, den Vogel fast packen zu können, erweitert sich der Tunnel und endet als riesiger unterirdischer Wasserfall. Ganz zufällig läßt der Rabe seine kostbare Last in das tobende Wasser am Fuße des Falls stürzen. Es ist genug, einen armen Jungen verrückt werden zu lassen.
Dann sieht er die Gefahren des steilen Kliffs
- unser mutiger Held steht da, machtlos, und starrt hinab. Er folgt einem
schmalen Pfad, der am Rand entlangführt, und sieht die Röhre,
wie sie durch das Wasser hüpft, von einer starken Strömung getragen.
Aber als er einer Biegung folgt, sieht Rael eine Fensterluke über
sich, scheinbar in die Uferböschung gebaut. Durch die Luke kann er
das grüne, grüne Gras seiner Heimat sehen - na, vielleicht nicht
ganz - er sieht den Broadway und beginnt zu laufen, mit weit geöffneten
Armen, auf den Ausgang zu. Er stürzt zum Kliff und rutscht die Felsen hinab. Es dauert lange, bis er das Wasser erreicht, weil er versucht, gleichzeitig mit der Strömung Schritt zu halten. Als er sich dem Rand des Wassers nähert, sieht er, daß John schwächer wird. Er taucht in das kalte Wasser. Zuerst wird er auf die Felsen geworfen, danach von einer schnellen Strömung unter die Wasseroberfläche gezogen. Sie trägt ihn direkt an John vorbei, stromabwärts. Es gelingt Rael, einen Fels zu packen, sich an die Oberfläche zu ziehen und Atem zu holen. Sobald John vorbeigetragen wird, wirft sich Rael wieder in den Strom und bekommt seinen Arm zu fassen. Er schlägt John bewußtlos. Johns Körper fest an seinen gepreßt, reitet er die Stromschnellen hinab in stilleres Wasser, von dem aus er in Sicherheit schwimmen kann. Nachdem er den matten Körper seines Bruders
an Land gezogen hat, legt er ihn flach auf den Rücken und sieht hoffnungsvoll
in seine Augen, versucht, ein Lebenszeichen zu entdecken. Er prallt voller
Entsetzen zurück. Was ihn da mit weit offenen Augen anstarrt, ist
nicht Johns Gesicht - sondern sein eigenes. Rael kann sich nicht von diesen
Augen abwenden; das Bild seiner selbst zieht ihn wie ein Magnet an. Dies alles spielt sich ohne einen einzigen Sonnenuntergang ab, ohne das Läuten einer einzigen Glocke und ohne daß eine einzige Blüte vom Himmel fällt. Und dennoch füllt ES alles mit seiner geheimnisvollen, berauschenden Gegenwart: ES ist jetzt an Euch. nach oben zum VerzeichnisI.10 Was der erste bezahlte Auftritt von Genesis warDieser fand am 23. September 1969 auf der Tanzveranstaltung für die neuen Schüler einer gewissen Mrs. Balms statt, welche eine Nachbarin
von P. Gabriel war und diesen noch von der Sonntagsschule her kannte. Der erste offizielle, professionelle Gig folgte nur kurze Zeit später am 1. November desselben Jahres in der Brunel Universität, hier war die Resonanz dann auch zum Glück besser. nach oben zum VerzeichnisI.11 Welches Lied das erste war, das Phil Collins bei Genesis sang?'For Absent Friends' war sein erster Song (übrigens auch der erste, den Steve Hackett für Genesis schrieb), den Rest des Albums (Nursery Cryme, 1971) sang natürlich Peter. Phil "durfte" übrigens während der Gabriel-Zeit noch ein weiteres Lied, nämlich 'More Fool Me' (Selling England By The Pound, 1973) bringen. nach oben zum VerzeichnisI.12 Warum auf dem ersten Album der Bandname nicht draufsteht
Zur Zeit des Erscheinens von 'From Genesis To Revelation' (1969) gab es in Amerika eine Soulband gleichen Namens, so dass dieser belegt war, die Truppe löste sich kurz darauf allerdings auf. Anekdote am Rande: Wegen des Titels, siehe I.1, sortierten in vielen Geschäften die Verkäufer die Platte unter "Religiöses" ein, so daß sie sich u.a. deswegen nur 650 mal verkaufte. I.13 Welche Titel auf dem ersten Demoband warenDas Demoband vom April 1967 an Jonathan King von Decca Records umfaßte folgende Titel:
nach oben zum Verzeichnis I.14 Wann Genesis gemischt mit anderen Band auftratHier wären zwei Gelegenheiten zu nennen:
Nebenbei bemerkt fällte Phil Collins bei diesem Konzert die Entscheidung, bei Genesis auszusteigen, mehr dazu siehe II.18 meiner FAQ zu den Mitgliedern. nach oben zum VerzeichnisI.15 Wovon 'The Return Of The Giant Hogweed' handeltBei diesem Stück (auf 'Nursery Cryme', 1971) bzw. jenem Titel dreht es sich nicht, wie man zuerst meinen könnte, um eine der von Genesis zu jener Zeit oft in ihre Texte eingebauten mythologischen Sagengestalten wie Lamia, Lilywhite Lillith, Hermaphroditus usw.
Es handelt sich schlichtweg um Unkraut, aber ein ganz besonderes: Der "Giant Hogweed" (lat. heracleum mantegazzianum) ist ein im 19. Jahrhundert aus dem Kaukasus zuerst nach England importiertes Staudengewächs, welches zur Zierde in botanischen Gärten usw. ausgebracht wurde. Diese im deutschen auch "Herkulesstaude" genannte Pflanze ist sehr widerstandsfähig und verdrängt rasch die heimische Vegetation, was in England insbesondere in Flußauen u. Feuchtwiesen teils deutlich am Rückgang der ursprünglichen Flora zu erkennen ist; der Song stellt die Geschichte übrigens recht anschaulich dar. Seit längerem werden unterschiedliche Bekämpfungsprojekte erprobt, denn darüber hinaus ist die Pflanze giftig, schon eine Berührung reicht aus, um sich Blasen und Verätzungen einzufangen. Leider auch bei uns in Deutschland ist dieses Gewächs importiert worden und inzwischen freiwachsend, je nach Abart zwischen 1,50 - 3 m hoch; in der Tschechei wird angeblich teilweise sogar das Militär eingesetzt, um dieses Zeug zu bekämpfen... I.16 Wie 'I Know What I Like' entstandPeter Gabriel sah in einer Ausstellung ein Gemälde von Betty Swanswick, welches ihm sehr gefiel ("Ich weiß, was mir gefällt"). Er notierte sich sämtliche Details auf dem Ausstellungskatalog und kam mit B. Swanswick überein, das Bild nach einigen Umstellungen als Plattencover für 'Selling England By The Pound' zu verwenden. Eine der änderungen war übrigens der Rasenmäher (engl. lawnmower), der auf dem Original nicht vorhanden ist. I. 17 Was ein "Squonk" istDer Squonk (Song auf 'A Trick Of The Tail') ist eine der wenigen Sagengestalten in der US-amerikanischen Geschichte: Er lebt der Legende nach in den Hemlock-Wäldern von Pennsylvania und führt ein sehr zurückgezogenes Dasein, hauptsächlich ist er im Zwielicht bzw. der Dämmerung aktiv.
Wegen seiner häßlichen, mit Warzen und Flecken übersäten Haut ist er sehr unglücklich, man sagt, er wäre das häßlichste Tier überhaupt. Für Jäger ist es ein leichts ihn zu finden, denn sein durch ständiges Weinen tränennasser Schwanz hinterläßt sichtbare Spuren. Squonkjäger sind in frostigen Mondnächten am erfolgreichsten, weil er dann stets schluchzend unter den ästen der Hemlockstannen sitzt und weithin zu hören ist. In die Enge getrieben oder bei starkem Frust löst er sich vollständig in Tränen auf. Einmal gelang es, einen Squonk in einem Sack zu fangen, beim Nachhausebringen wurde der Sack auf einmal ganz leicht, als die Träger hineinschauten, war nichts mehr drinnen, außer einer Riesenmenge Luftblasen und - natürlich: Tränen! I. 18 Welche Genesis-Titel in Filmen zu hören sindEigentlich müsste man meinen, daß nun eine Auflistung folgt, die den ohnehin schon strapazierten Speicherplatz bei meinem Provider endgültig bis auf´s letzte Byte ausreizt, - is´aber nicht! Trösten wir uns also damit, daß Qualität in unserer heutigen Medien-Landschaft ohnehin so selten ist wie ein Fisch mit Fahrrad. Folgende Titel sind dennoch vertreten:
nach oben zum Verzeichnis I. 19 Was der Albumtitel 'Three Sides Live' aussagtLogischerweise hat eine Doppel-LP(Vinyl) 4 Seiten, deswegen kann die Überschrift schon etwas verwirren. Hier die Auflösung: Das Album (1982) kam weltweit in verschiedenen Variationen heraus. In den USA bestand das Songmaterial aus 3 Seiten Livemitschnitten der 'Abacab'-Tournee sowie einer 4. (Studio-)Seite mit einigen beim 'Abacab'-Album nicht verwendeten Liedern sowie zwei B-Seiten von 'Duke'-Sessions. Nachdem diese dann in Großbritannien veröffentlicht wurden, füllte man die 4. Seite mit (Live-)Sachen früherer Jahre, z.B. dem Medley 'It/Watcher Of The Skies' von der 1976er-Tour. Auf dem europäischen Festland sind beide Versionen im Handel, echte Sammler bemühen sich natürlich, jede der Ausgaben ihr eigen zu nennen! nach oben zum VerzeichnisI. 20 Ob 'Firth Of Fifth' eine Bedeutung hatWir alle kennen (und mögen) ja die Wortspiele, mythologischen Anlehnungen usw. der Genesis-Lyrik aus den Anfangsjahren. So macht es teils richtig Freude, sich die Texte (notfalls mit einem guten Lexikon als Ratgeber) zu übersetzen, aber bei 'Firth Of Fifth' von 'Selling England By The Pound' hört der Spaß auf ;-)
Obwohl musikalisch ein Knaller (mein absolutes Lieblingsstück) scheitern jegliche Versuche, sich den literarischen Sinn des ganzen zu erschliessen. Unerwartete Schützenhilfe bekommt man jedoch bei Tony Banks: "Mike und ich begannen, einen ganz einfachen Song über einen Fluß zu schreiben, aber dann wurde der Fluß ein bißchen mehr, - ein Fluß des Lebens.... Der Text zu 'Firth Of Fifth' ist sicherlich nicht unsere beste Lyrik. In Wahrheit (orig. 'in fact') handelt es sich um einen der schlechtesten Texte, mit denen ich zu tun hatte..." Na also, wenn selbst Tony als 'gelernter' Engländer und Songschreiber obendrein seine Probleme damit hat, braucht sich unsereins ja wohl erst recht nicht zu schämen :-) Aber hier wenigstens noch ein paar Fakten: Als "Firth" wird in Großbritannien eine Meereseinbuchtung ähnlich der norwegischen Fjorden bezeichnet. Der bekannteste ist der Firth, in den der Fluß Forth einmündet und in Schottland bei Edinburgh zu finden ist. Dieser Forth hat eine berühmte Brücke incl. daraus resultierendem Sprichwort: "Die Forth-Brücke anstreichen" heißt, eine niemals enden wollende Sache anzufangen, denn ist die Brücke gerade fertiggepinselt, muß am anderen Ende sofort wieder neu damit begonnen werden. Die Bezeichnung "Forth" steht zudem im englischen aussprachemäßig für "der, die, das Vierte" (Fourth), so daß "Fifth" (der, die, das Fünfte) aus dem Liedtitel noch eine inhaltliche Steigerung der Brückenstory andeuten könnte. I. 21 Welche Geschichte 'Eleventh Earl Of Mar' zugrunde liegtIn dem Lied wird die Jakobiterrebellion von 1715 behandelt. Auslöser war der "Act Of Settlement" von 1701, welcher die protestantische Thronfolge des Hauses Hannover in England vorbereitete. Versuche der amtierenden Königin Anna, den Thron für die männliche Linie des Hauses Stuart zu sichern, scheiterten nicht zuletzt an der Weigerung von James Edward Stuart, um der Königswürde Willen auf seinen katholischen Glauben zu verzichten. Zudem war dieser im Volke nicht sehr angesehen, da er im französischen Exil den Ruf eines Dandys erworben hatte (...dressed too fine and smelling of wine...). So konnte vorerst ohne Widerstand Kurfürst
Georg Ludwig aus Hannover als Georg I. das Amt antreten. Zwar zettelte
daraufhin der "Earl Of Mar", John Erskine, in England und Schottland
einen Aufstand an, verlor jedoch mangels strategischen Könnens wertvolle
Zeit, als er untätig eine Woche bei Perth lagerte, um auf die Ankunft
des James Stuart aus Frankreich zu warten. Ein Fehler hat sich allerdings eingeschlichen: Johne Erskine war der 6. und nicht der 11. Earl Of Mar!!! Mögliche Erklärung: Die Story wird aus der Sicht eines Kindes erlebt, dem sein Vater das Geschehen als Gutenachtgeschichte vorträgt ("Daddy, you promised!" ... "Time to go to bed now..") Da der Vater die Daten nicht genau im Kopf hat (..the stories go hazy..) improvisiert er an einigen Stellen. nach oben zum VerzeichnisI. 22 Wer die Personen in 'Broadway Melody Of 1974' sindIn dem Stück vom Kultalbum 'The Lamb Lies Down On Broadway' (1974) tauchen mehrere Personen der Zeitgeschichte aus den 60er und 70ern auf. Hier die Erklärung, was es mit den Jungs auf sich hat:
nach oben zum Verzeichnis I. 23 Wieviele Alben Genesis bisher verkauft habenHier kann ich gleich mit zwei Zahlen dienen: Zu den meisten Alben sind auch Einzelwerte vorhanden, deren Summe allerdings nicht 130 Mio, sondern 149 Mio. ergibt; offenbar hat jemand beim Genesis-Management einen kaputten Taschenrechner ;-)
Jetzt wird es (für mich) aber noch spannender: Diese o.g. Fans in Relation zu 6 Milliarden Erdenbürgern ergibt eine Fandichte von 1 auf 1500. Dies würde bedeuten, dass es in meinem Wohnort umgerechnet noch mindestens 17 weitere Anhänger gibt. Ja, aber wo zum Henker, sind die bloss, wenn ich auf Feten mal die alten Fetzer hören will und mich keiner der anderen Gäste dabei unterstützt? ;-) nach oben zum Verzeichnis I. 24 Ob es eine Systematik bei der Live-Alben-Bezeichnung gibtAb und zu kocht in Fankreisen die Diskussion hoch, ob denn ein tieferer Sinn hinter den Benennungen der Live-Alben liegt. Abwegig wäre das, zumindest wenn es denn die Idee von Altmeister Gabriel gewesen wäre, nicht, also - schauen wir uns eine chronologische Aufzählung genauer an: 1. Live (1973) Na, ist es Euch aufgefallen? Richtig, - der erste Titel umfasst 1 Wort, der nächste 2 Wörter, dann 3 usw. Ist das nun Absicht oder Zufall? (tell me why ...) Nachtrag November 2007: Mit dem Erscheinen des Tour-Albums 2007 'Live Over Europe' dürfte die Diskussion jetzt hinfällig sein, denn mit seinen 3 Wörtern passt es nun garnicht in die Reihenfolge des obigen Systems (wenn es denn überhaupt je eines war). Ich lasse den Artikel trotzdem hier stehen, damit man mal sieht, über was sich echte Fans so alles Gedanken machen ;-) nach oben zum VerzeichnisI. 25 Was 'Seconds Out' bedeutetDiese Bezeichung des Live-Albums von 1977 ist die Kurzform des im englischen Boxsport gebräuchlichen Ausrufes: "Seconds out of the ring" und dem deutschen "Ring frei zur nächsten Runde" vergleichbar. Vermutung: dieses könnte eine Anspielung auf die neue Ära nach Steve Hackett sein, der die Band zu jener Zeit verließ; der nächste Titel hieß dann ja auch bezeichnend '... and then there were three ...'. nach oben zum VerzeichnisI.26 Welchen Hintergrund 'Can-Utility And The Coastliners' hatMit diesem Titel vom Album 'Foxtrot' rollen Genesis die Geschichte des dänischen Wikingerkönigs Knud auf. (Coastliners = Küstenfahrer = Wikinger) Dieser regierte Anfang des 11. Jhd. über England und Dänemark, sein Großvater Harald war übrigens der erste dänische Wikingerkönig, der zum Christentum konvertiert hatte. Trotz seiner mächtigen Position hatte Knud es schwer, von den anderen, christlichen Führern Europas etc. akzeptiert zu werden. Grund war, dass man ihm heidnische Umtriebe und schwarze Magie nachsagte, so war er angeblich in der Lage, die Gezeiten zu beeinflussen. Um diesen Vorwurf auszuräumen liess er der Legende nach (der Song schildert diesen Part aus Knud´s Leben) seinen Thron am Strand aufstellen, wo er auf die nahende Flut wartete. Sie stieg (natürlich) höher und höher, so dass er sich schwimmend in Sicherheit bringen musste, der Thron ging unter. Fortan verstummten die heidnischen Vorwürfe gegen ihn, er konnte respektiert weiterregieren, verstarb jedoch im Alter von 37 Jahren durch einen tragischen Unfall. nach oben zum VerzeichnisI.27 Welches Wortspiel hinter 'Nursery Cryme' stecktIn England gibt es seit ca. 1740 eine Sammlung von Kinderliedern- und versen, die sog. "Nursery Rhymes" (Kinderzimmer-Reime), deren Bezeichnung Genesis für ihr Album in 'Nursery Cryme' umgemünzt haben (Cryme = Verbrechen), da in der Vorgeschichte ja bekanntlich Cynthia ihrem Cousin William den Kopf abschlägt. Hier eine möglichst wortgetreue Übersetzung dieser Geschichte, die im viktorianischen England angesiedelt ist: "Während Henry Hamilton - Smythe jr. (8) Kricket mit Cynthia Jane DeBlaise - William (9)
spielt, erhebt die süß-lächelnde Cynthia anmutig ihren Schläger und entfernt(!) damit Henry´s Kopf. I.28 Wie die Logos der Genesis-Ära aussehenTja Leute, als unermüdliche Sammler aller LP's bzw. CD's wisst Ihr natürlich -gähn-, dass sich das optische Markenzeichen unserer Freunde im Laufe der Zeit mehrmals änderte. (Hinzu kommt, dass auch bei der Neuveröffentlichung der alten LP's im CD-Format einiges durcheinandergekegelt wurde, die hier abgebildeten Logos entsprechen den CD-Ausgaben.) All jenen aber, die heute das erste Mal (und von nun an natürlich den Rest des Lebens) mit Genesis zu tun haben, ist folgende Aufstellung gewidmet: Wer sich die Mühe macht, den Mauszeiger über das Logo zu fahren, erfährt, wie oft der Schriftzug insgesamt auf den diversen Album zu finden ist, welche es sind, steht in der Klappbox. |
| Aus Euch mache ich | ![]() |
auch noch echte Fans! |


